DIE FRAU VOM MEER | August 2018 im Wiener Volksliedwerk

DIE FRAU VOM MEER
nach Henrik Ibsen

August 2018 im Wiener Volksliedwerk, 1160 Wien

“Der Mensch kann zwar tun, was er will.
Er kann aber nicht wollen, was er will.”
Arthur Schopenhauer

ZUM STÜCK

Ellida, Dr. Wangels zweite Frau, lebt gemeinsam mit ihm und seinen zwei Töchtern in einem Haus am Ende eines Fjordes. Doch in der vermeintlichen Idylle fühlt sich Ellida fremd und wurzellos. Wangel versucht mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln, seiner Frau zu helfen, aber Ellida taucht immer tiefer ab in Träume und Fantasien und stellt ihr gesamtes Leben in Frage. Auch Wangels Töchter Hilde und Bolette suchen nach einem anderen, richtigen und freien Leben. Ibsens Figuren wissen nicht mehr über sich als wir über uns. Sie tragen die Möglichkeiten zur Veränderung, zur Freiheit in sich – und bleiben dennoch in ihrer verlogenen Wirklichkeit gefangen. Zu groß sind Angst und Pragmatismus, zu sehr sind sie gewohnt, ihre Träume und Fantasien nicht zu leben. Bis selbst diese irgendwann verschwinden.

Die Frau vom Meer wurde 1888 in München geschrieben.

Ibsen schrieb zu seinen ersten Aufzeichnungen:

„Die Anziehungskraft des Meeres. Die Sehnsucht nach dem Meer. Die Menschen sind verwandt mit dem Meer. Möchten dorthin zurück. Eine Fischart bildet ein Urglied in der Entwicklungsreihe. Finden sich noch Rudimente im menschlichen Gemüt? Im Gemüt einzelner Menschen? Bilder vom pulsierenden Leben im Meer und vom ‚ewig Verlorenen‘. Das Meer beherrscht die Macht der Stimmungen, eine Macht, die wie ein Wille wirkt. Das Meer kann hypnotisieren. Die Natur überhaupt kann es. Das große Geheimnis ist die Abhängigkeit des menschlichen Willens vom «Willenlosen».

Thomas Hobbes definiert Willensfreiheit so, dass eine Person dann frei handelt, wenn sie eine Handlung will und auch anders handeln könnte, wenn sie anders handeln wollte.